Alina Bronsky
Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche
Am Anfang tut
sie alles, um nicht Großmutter zu werden: Im Jahr 1978 ist Rosalinda wild
entschlossen, die Schwangerschaft ihrer viel zu jungen und viel zu dummen
Tochter zu beenden. Doch das misslingt, und sobald Aminat auf der Welt ist,
entbrennt ein rücksichtsloser, grotesk-komischer Kampf um sie.
Jenseits des Urals herrschen klare Verhältnisse: Die Tatarin Rosalinda
bestimmt, ihr Gatte Kalganov spurt, und ihre Tochter Sulfia benimmt sich
schlecht. Es mangelt an vielem, aber nicht an Ideen, und schon gar nicht an
Willenskraft. Es steht also immer etwas Scharfes auf dem Tisch, und alle
größeren Malheurs, die Sulfia anrichten könnte, werden verhindert. Nur ihre
Schwangerschaft nicht, und auch nicht die Geburt von Aminat, dem genauen
Gegenteil ihrer Mutter: schön, schlau, durchsetzungsfähig – ganz die Großmutter
eben.
Rosalinda steht zum ersten Mal einem Geschöpf gegenüber, das ihr ebenbürtig
ist, und wird die leidenschaftlichste Großmutter aller Zeiten. Im ungleichen
Kampf zwischen der glücklosen Sulfia und der rücksichtslosen Rosalinda wird das
Mädchen zur Wandertrophäe – und der Leser zum Zeugen haarsträubendster
Ereignisse, komischster Szenen, schlagfertigster Dialoge.
Alina Bronsky, geboren 1978 in Jekaterinburg/Russland,
verbrachte ihre Kindheit auf der asiatischen Seite des Ural-Gebirges und ihre
Jugend in Marburg und Darmstadt. Nach abgebrochenem Medizinstudium arbeitete
sie als Texterin in einer Werbeagentur und als Redakteurin bei einer
Tageszeitung. Sie lebt in Frankfurt und telefoniert bis heute fast täglich mit
ihren Großeltern in Sibirien. Scherbenpark ist ihre erste literarische
Veröffentlichung.