Otto de Kat
Julia
»Julia ist
nicht nur ein Roman über verpasste Gelegenheiten, sondern auch der so gewagte
wie gelungene Versuch, aus der Außenansicht ein deutsches Buch und ein Buch
über Deutschland zu schreiben. De Kats Stärke ist dabei wie stets eine durchaus
nicht außerliterarische Begabung – man könnte sie Menschlichkeit nennen.«
Christoph Schröder, Der Tagesspiegel • »Mit Julia, dieser Geschichte einer am
Ende tödlichen Liebe, hat Otto de Kat, der Philosoph des beständig
Unbeständigen, eine neue Stufe seiner Kunst erklommen.« Peter
Henning, FAZ
An einem Sommernachmittag 1981 findet der Chauffeur van Dijk seinen Chef
Chistiaan Dudok tot in dessen Arbeitszimmer – der Inhaber einer Maschinenfabrik
hat sich das Leben genommen. Ein Abschiedsbrief fehlt, doch auf seinem
Schreibtisch liegt eine vergilbte deutsche Zeitung vom 2. April 1942. Auf der
Titelseite wird über den verheerenden Luftangriff auf Lübeck berichtet, eine
Liste verzeichnet die Todesopfer dieser Bombennacht: Der Name Julia Bender ist
mit einer Markierung versehen.
In seinem neuen Roman erzählt Otto de Kat die Geschichte eines Lebens im
falschen; und er erzählt von einer Liebe, die so groß ist, dass sie die
Jahrzehnte überdauert, und die dennoch scheitert: an Lebensangst und fehlender
Zivilcourage, an Hass und menschenverachtendem Fanatismus in Deutschland
während der Nazi-Zeit.
Otto de Kat, 1946 geboren, studierte niederländische Literatur an der
Universität Leiden. 1986 gründete er mit Uitgeverij Balans seinen eigenen
Verlag; seither lebt er als Verleger und Autor in Amsterdam.