Sunil Mann
Fangschuss
Vijay
Kumar ist dreißig Jahre alt, indischer Abstammung, frischgebackener
Privatdetektiv − und schon desillusioniert: Seine erste Auftraggeberin ist eine
anstrengende Frau, die ihre Katze vermisst. Indischer Whisky und eine gehörige
Portion Selbstironie helfen ihm, aufkommende Zweifel an seiner Berufswahl zu
verdrängen.
Doch
auch sein zweiter Auftrag ist weder lukrativ noch Glanz und Ruhm versprechend:
Die junge Ness macht sich Sorgen um ihren Freund, den Drogendealer Philipp.
Lustlos hört sich Vijay in der Szene um und merkt erst, als er über eine Leiche
stolpert, dass er längst selbst in Gefahr schwebt. Eine irrwitzige Jagd beginnt
− vom Szenequartier Kreis 4 durch das noble Zürcher Bankenviertel bis in die
Einsamkeit einer Berghütte.
Ein
indischer Schweizer oder ein Schweizer Inder? Spannend und amüsant spielt Sunil
Mann mit Klischees.
Sunil
Mann wurde am 21. Juni 1972 im Berner Oberland/Schweiz als Sohn indischer
Einwanderer geboren. Seine Jugend verbrachte er in Spiez bei Pflegeeltern und
besuchte in Interlaken das Gymnasium. In Zürich studierte er Psychologie und
Germanistik, beide Studien wurden erfolgreich abgebrochen, bevor er sich an der
Hotelfachschule Belvoirpark halbherzig Grundkenntnisse fürs Gastgewerbe erwarb.
Seit
geraumer Zeit arbeitet er als Flugbegleiter mit reduziertem Pensum bei Swiss,
der nationalen Airline, unterbrochen von zum Teil mehrmonatigen Aufenthalten in
Israel, Ägypten, Japan, Indien, Paris, Madrid und Berlin. Rund drei Dutzend
Kurzgeschichten und Kurzkrimis wurden in Anthologien veröffentlicht, dazu
erhielt er einige Preise, darunter den Förderpreis der Dienemann-Stiftung in
Luzern, den vom Fischerverlag ausgelobten Agatha-Christie-Preis oder zuletzt
das Atelierstipendium Berlin des Kantons Zürich. «Fangschuss», sein Krimidebüt,
spielt in Zürichs Kreis 4, der Hauptprotagonist ist der indischstämmige Privatdetektiv
V. J. Kumar. Sunil Mann lebt in Zürich.