Martin Walker

Martin Walker

Grand Cru

Der 1947 geborene Schotte Martin Walker hat dem Krimi einen neuen Schauplatz erschlossen: das Périgord. Keine zufällige Wahl, hat doch Walker die beschauliche Landschaft im Osten von Bordeaux zu seiner Wahlheimat erkoren. Seinen kriminalistischen Helden, "Bruno, Chef de Police", erweckte er in dem gleichnamigen Roman 2009 zu prallem Leben: Bruno Courrèges, einst in Ehren aus der französischen Armee geschieden, ist Gemeindepolizist im fiktiven Städtchen Saint-Denis. Der Beamte der "Police municipale" fungiert als rechte Hand des Bürgermeisters und unterstützt die örtliche Gendarmerie. Zudem brilliert Bruno als unorthodoxer Hilfsermittler der Police nationale bzw. des staatlichen Nachrichtendienstes. Der einfühlsame "Dorfbulle" macht jedoch auch als Privatmann gute Figur: als Rugbytrainer und Jäger, als Frauenkenner und Hobbykoch ...
Stand Brunos erster Fall im Zeichen der Immigrationsproblematik, steht "Grand Cru" im Kontext der Globalisierung: Den Kleinwinzern von Saint-Denis droht die feindliche Übernahme durch einen US-Weinmulti. Es beginnt mit einem brennenden Getreidefeld und schon erhärtet sich der Verdacht: hier wird keine Bauernfehde ausgetragen, hier sind höhere Interessen im Spiel. Der Grund gehört dem Pariser Unternehmen "Agricolae S.A." ("Bauern AG"), das mit gentechnisch verändertem Pflanzengut experimentiert.
Vom abgefackelten Versuchsfeld führen erste Spuren zu rebellischen Milchbauern und zu einer Hippiekommune. Ein Spross der "Ökos", der Student Max, bildet die Brücke zur Weinwelt: Er jobbt beim alten Winzer Cresseil, einem Résistance-Veteranen, und soll an Kindes Statt dessen Erbe antreten. Doch Cresseils Weingut ist, wie der Leitbetrieb Domaine de la Vézère, ins Visier der US-Firma Bondino Wines geraten. Als eine Leiche in einem Weinfass gefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse.